Wie viel Strom liefert ein Solarpark?
Kurz gesagt: Eine moderne Freiflächen-PV-Anlage in Deutschland erzeugt im langjährigen Mittel rund 1.000 kWh pro kWp und Jahr (Quelle: Fraunhofer ISE). Eine 10-MWp-Anlage liefert also etwa 10 Millionen kWh pro Jahr — rechnerisch Strom für rund 3.300 Haushalte.
Die Formel
Jahresertrag [kWh] = Installierte Leistung [kWp] × Spezifischer Ertrag [kWh/kWp]
Eine grobe Eigen-Abschätzung liefert der Solarpark-Ertragsrechner.
Ertrag nach Standort
| Region | Spezifischer Ertrag | Anlage 10 MWp (Jahr) |
|---|---|---|
| Süddeutschland | 1.000–1.150 kWh/kWp | 10,0–11,5 GWh |
| Mitteldeutschland | 950–1.050 kWh/kWp | 9,5–10,5 GWh |
| Norddeutschland | 850–1.000 kWh/kWp | 8,5–10,0 GWh |
Bifacial-Module bringen typisch +5–8 % Ertrag, einachsige Tracker +10–15 % — siehe Module & Tracker.
Ertrag nach Anlagengröße — Beispiele
| Anlage | Jahresertrag (Mittel) | Haushalte* |
|---|---|---|
| 5 MWp | ca. 5 GWh | ~1.700 |
| 10 MWp | ca. 10 GWh | ~3.300 |
| 20 MWp | ca. 20 GWh | ~6.700 |
| 50 MWp | ca. 50 GWh | ~16.700 |
| 100 MWp Großpark | ca. 100 GWh | ~33.000 |
* bei 3.000 kWh Jahresverbrauch je Haushalt (Standardwert).
Was den Ertrag bestimmt
- Globalstrahlung am Standort (Süden mehr als Norden).
- Ausrichtung & Aufständerung (Süd, Ost-West, Tracker).
- Modul-Technologie (mono-Si, Bifacial, Topcon).
- Performance-Ratio (technische Verluste — Verschattung, Temperatur, Verschmutzung, Leitungsverluste).
- Wetter-Jahr (real ±10 % vom Mittel).
Was der spezifische Ertrag wirklich aussagt
Die zentrale Kennzahl beim Solarpark ist der spezifische Ertrag in kWh pro kWp und Jahr. Er macht Anlagen unterschiedlicher Größe direkt vergleichbar, weil er die installierte Leistung herausrechnet. Ein Wert um 1.000 kWh/kWp gilt in Deutschland als solider Mittelwert (Fraunhofer ISE), doch die Spanne zwischen einem sonnenreichen süddeutschen und einem norddeutschen Standort ist mit mehreren hundert kWh/kWp keineswegs vernachlässigbar. Für eine Bankfinanzierung reicht dieser Richtwert nicht — dort ist eine standortbezogene Ertragsprognose auf Basis langjähriger lokaler Strahlungsdaten die Grundlage, weil schon kleine Abweichungen im spezifischen Ertrag über die Projektlaufzeit erhebliche Erlösunterschiede ausmachen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen kWp (installierte Modulleistung) und der ins Netz eingespeisten Energie. Zwischen beiden steht die Performance-Ratio, die alle technischen Verluste zusammenfasst — von Temperatur und Verschmutzung über Verschattung bis zu Leitungs- und Wechselrichterverlusten. Eine gut geplante Freiflächenanlage erreicht hohe Performance-Ratios, weil sie anders als eine verschattete Dachanlage optimal ausgerichtet und großflächig unverschattet aufgebaut werden kann.
Warum Solar- und Windertrag sich sinnvoll ergänzen
Ein Solarpark und ein Windpark ähnlicher Jahreserzeugung haben völlig unterschiedliche Erzeugungsprofile. Solar liefert tagsüber und im Sommerhalbjahr sein Maximum, Wind ist im Winterhalbjahr am stärksten und erzeugt auch nachts. Diese Gegenläufigkeit macht die Kombination beider Technologien — teils am selben Netzverknüpfungspunkt — für eine gleichmäßigere Auslastung attraktiv. Wer beide Erträge grob gegenüberstellen möchte, kombiniert den Solarpark-Ertragsrechner mit den Wind-Werten aus dem Ratgeber Stromertrag Windrad; die wirtschaftliche Einordnung liefert der LCOE-Rechner. Grundlagen zur Technik stehen unter Was ist Freiflächen-PV.
Häufige Fragen
Wie sicher ist die Prognose?
Belastbar nur ±10–15 % Jahres-zu-Jahres-Schwankung; Mehrjahres-Mittelwerte sind sehr stabil. Eine standortbezogene Ertragsprognose mit lokaler Strahlungsdatenbasis ist die Grundlage jeder Bankfinanzierung.
Was passiert nach 20 Jahren?
Modul-Degradation typisch 0,5–0,8 % pro Jahr — nach 25 Jahren also ca. 85 % der Anfangsleistung. Die Anlage liefert weiter, im Post-EEG-Betrieb direkt vermarktet.
Wie hängt das mit der Pacht zusammen?
Bei erlösabhängiger Pacht steigt die Pacht mit dem Stromerlös. Eine Vorab-Schätzung im Pacht-Schätzer.
Bringt Nachführung (Tracker) immer mehr Ertrag?
Einachsige Tracker erhöhen den Ertrag typisch um 10–15 %, weil die Module dem Sonnenstand folgen. Der Mehrertrag muss aber die höheren Investitions- und Wartungskosten und den etwas größeren Flächenbedarf rechtfertigen — das lohnt sich vor allem an strahlungsreichen Standorten mit hohem Direktstrahlungsanteil.
Warum wird die Anlage oft in kWp und nicht in MW angegeben?
kWp (Kilowatt-peak) bezeichnet die Modul-Nennleistung unter Standard-Testbedingungen und ist die übliche Bezugsgröße für PV. Weil Wechselrichter teils kleiner ausgelegt werden als die Modulleistung, kann die einspeiseseitige MW-Zahl leicht darunter liegen — der spezifische Ertrag bezieht sich aber konventionsgemäß auf die kWp.
Stromertrag Solarpark – Regionale Erträge, Anlagengrößen und Technologie-Booster