RepoweringHub
Freiflächen-PV · Grundlagen

Was ist Freiflächen-Photovoltaik?

Kurz gesagt: Freiflächen-Photovoltaik (FFPV) bezeichnet Solar-Großanlagen, die auf einer ebenen Fläche im Außenbereich aufgebaut sind — typischerweise als Solarpark mit Leistungen von einigen hundert kWp bis weit in den hohen MWp-Bereich. Sie sind das wachstumsstärkste Segment der deutschen PV — nach dem EEG-Zubaupfad sollen etwa die Hälfte der 215 GW PV bis 2030 auf Freiflächen entstehen.

Definition & Abgrenzung

AnlagentypWas
Aufdach-PVModule auf vorhandenen Gebäuden (Wohnhäuser, Gewerbe, Logistikhallen)
Freiflächen-PV (FFPV)Module auf eigens errichteten Unterkonstruktionen auf einer Fläche im Außenbereich (Wiese, Acker, Konversionsfläche)
Agri-PVSonderform der FFPV — Module über landwirtschaftlich weiter genutzter Fläche (Hochaufständerung oder vertikale Reihen)
Floating-PVFFPV auf Gewässern (Baggerseen, Stauseen) — Nische in DE

Typische Anlagengrößen

  • Kleinparks: 0,5–5 MWp, ein paar Hektar, oft mit kommunaler oder Bürger-Beteiligung.
  • Mittelgroße Parks: 5–50 MWp, 5–50 Hektar — Standard im EEG-Ausschreibungsbereich.
  • Großparks: > 50 MWp, mehrere hundert Hektar — meist abseits der EEG-Förderung als PPA-Projekt (siehe PPA).

Die EEG-Ausschreibungen für Solar Freifläche betreffen Anlagen ab 1 MWp und bis 50 MWp. Maximales Gebot pro Bieter: 100 MWp pro Termin (siehe EEG-Ausschreibung).

Komponenten eines Solarparks

  • Module — heute überwiegend kristallines Silizium (mono-Si), Wirkungsgrade um 21–23 %, in Glas-Glas-Bauweise für lange Lebensdauer.
  • Unterkonstruktion — fest aufgeständert oder einachsig nachgeführt (Tracker), Ramm- oder Schraubfundamente.
  • Wechselrichter — String- oder Zentralwechselrichter, Verteilung im Park.
  • Mittelspannungs-Netzanschluss — Übergabestation, Trafostation, Kabeltrassen.
  • Optional: Batteriespeicher — zunehmend zur Glättung und für Netzdienstleistungen.

Flächenbedarf — die Faustregel

Pro installiertem Megawatt-peak braucht ein moderner Park etwa 0,8–1,2 Hektar — je nach Modul, Reihenabstand und Aufständerungstyp. Eine 20-MWp-Anlage belegt also rund 16–24 Hektar. Tracker-Anlagen brauchen größere Reihenabstände, gewinnen aber Ertrag.

Abgrenzung zu Aufdach: Eine Aufdach-Anlage ist ein Investitionsobjekt für den Gebäudeeigentümer und folgt einer anderen Logik (KfW-Kredite, Eigenverbrauch, Lieferantenrechnung). Freiflächen-PV ist eine B2B-Projektentwicklung — mit Flächensicherung, Bauleitplanung/Privilegierung, EEG- oder PPA-Erlösstrategie und Bankfinanzierung.

Wo Freiflächen-PV gebaut wird

  • Privilegierte Flächen nach § 35 BauGB: entlang Autobahnen und zweigleisiger Schienenwege (200-m-Korridor) — siehe Genehmigung.
  • Konversionsflächen: ehemalige Militär-, Bergbau- oder Industrieflächen — privilegiert in EEG-Ausschreibungen.
  • Benachteiligte landwirtschaftliche Flächen: über Länder-Verordnungen für die EEG-Ausschreibung freigegeben.
  • Acker- und Grünland im B-Plan-Verfahren: mit Zustimmung der Gemeinde.
  • Agri-PV-Flächen: mit Doppelnutzung (landwirtschaftlich + solar) — siehe Agri-PV.

Vergleich zu Onshore-Wind — was teilen sich die Welten

FFPV und Wind teilen sich denselben Regulierungs- und Planungsraum:

  • Außenbereich, Bauleitplanung, Privilegierung (§ 35 BauGB).
  • EEG-Ausschreibungen mit Höchstpreisen.
  • Pacht als Erlösquelle für Flächeneigentümer.
  • Netzanschluss-Knappheit (Mittelspannungs- und Hochspannungs-Engpässe).
  • Lange Vorlaufzeit für Projektentwicklung.

Unterschiede liegen vor allem in der Genehmigungsschwere (kein BImSchG für FFPV unter den Schwellen) und bei den Gutachten (kein Avifaunistik-Vollumfang wie bei Wind, dafür Artenschutz-Aspekte für Insekten und Bodenbrüter).