Investitionskosten-Schätzer
Schnellschätzung der Gesamt-Investition eines Wind-Projekts aus Anlagengröße, Anlagenanzahl, Standort-Schwierigkeit, Netzanschluss-Distanz und Repowering-Bonus.
Projekt-Daten
Ergebnis
Rechen-Logik
spez. CAPEX = Basispreis × Terrain-Faktor × (1 + Repowering-Bonus) + Netz-Aufschlag
Mit Netz-Aufschlag ≈ 30 €/kW pro km Netzanschluss-Distanz.
Marktrichtwerte 2026
| Konfiguration | spez. CAPEX |
|---|---|
| 5–6 MW im Norddeutschland-Flachland | 1.150–1.350 €/kW |
| 5–6 MW im Mittelgebirge | 1.250–1.500 €/kW |
| Schwachwind-Großrotor (Süd) | 1.300–1.600 €/kW |
| Repowering an Bestands-Standort | −5 bis −10 % vs. Neubau |
Kostentreiber bei WEA-Investitionen
Die Gesamt-Investition setzt sich aus mehreren Blöcken zusammen: Turbinenpreis (ca. 65–75 % des CAPEX), Fundament und Infrastruktur (10–15 %), Netzanschluss (5–10 %) sowie Planungs-, Genehmigungs- und Gutachtenkosten (5–8 %). Beim Repowering entfallen Wege- und Kabelbau teilweise, dafür kommen Rückbaukosten der Altanlage hinzu. Die spezifischen Kosten sinken mit zunehmender Anlagengröße: ein 6-MW-Rotor ist pro kW günstiger als eine 3-MW-Anlage gleicher Generation. Aktuelle Marktpreise variieren je nach Hersteller und Lieferketten-Situation.
Methodik & Grenzen
Der Rechner multipliziert einen frei einstellbaren Anlagen-Basispreis (€/kW) mit einem Terrain-Faktor für die Standort-Schwierigkeit, verrechnet einen prozentualen Repowering-Bonus und addiert einen distanzabhängigen Netz-Aufschlag von rund 30 €/kW je Kilometer Netzanschluss-Distanz. Aus dieser spezifischen Investition und der installierten Gesamtleistung (Anzahl × MW) ergibt sich die Gesamt-Investition. Das ist eine Parameter-Faustformel, kein Angebot: die tatsächlichen Turbinenpreise verhandelt der Projektierer direkt mit dem Hersteller, und Lieferketten, Stahl- und Zinsniveau bewegen die spezifischen Kosten von Jahr zu Jahr spürbar. Als grober Orientierungswert nennen Fraunhofer IWES und Branchenangaben für moderne Onshore-Anlagen eine Spanne von etwa 1.000–1.300 €/kW für die reine Turbine, zzgl. Nebenkosten — der Basispreis-Regler deckt diesen Bereich ab.
Was das Tool nicht leistet: Es prüft keine Genehmigungsfähigkeit, kein konkretes Hersteller-Angebot und ersetzt keine belastbare Investitionsrechnung. Rückbaukosten der Altanlage, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Finanzierungskosten und projektspezifische Risikozuschläge sind nicht abgebildet. Eine bankfähige CAPEX-Kalkulation erstellt ein Ingenieurbüro oder ein Wind-Wirtschaftsprüfer mit echten Angeboten. Für die Folgerechnung lohnt der Blick auf den LCOE-Rechner und den Repowering-IRR-Rechner.
Häufige Fragen
Warum sinken die spezifischen Kosten mit der Anlagengröße?
Größere Rotoren und höhere Türme steigern die Jahresarbeit stärker als die Kosten. Fundament, Netzanschluss, Kranstellfläche und Projektierung fallen pro Anlage nur einmal an — verteilt auf mehr installierte Leistung sinkt der €/kW-Wert. Deshalb ist eine 6-MW-Anlage pro kW meist günstiger als eine 3-MW-Anlage derselben Generation.
Wie viel spart Repowering gegenüber einem Neubau?
In der Praxis werden häufig 5–10 % niedrigere spezifische Kosten angesetzt, weil Zuwegung, teils Kabeltrassen und Netzverknüpfungspunkt bereits vorhanden sind. Dem stehen Rückbaukosten der Altanlage gegenüber, die den Vorteil je nach Standort teilweise aufzehren. Der Repowering-Bonus im Rechner bildet nur die Einsparseite ab.
Ist der Netz-Aufschlag realistisch?
Der pauschale Wert von etwa 30 €/kW je Kilometer ist eine grobe Näherung für Kabel und Anbindung. Die realen Netzanschlusskosten hängen vom Verknüpfungspunkt, der benötigten Umspannwerks-Kapazität und dem Netzbetreiber ab und können deutlich abweichen. Details klärt die Netzanschlusszusage, nicht dieser Rechner.
Warum sich CAPEX-Werte innerhalb weniger Jahre stark verschieben
Spezifische Investitionskosten für Onshore-Wind sind keine stabile Größe. Stahl- und Kupferpreise, globale Nachfrage nach Turbinenkomponenten, Frachtraten und der Wettbewerbsdruck zwischen den großen Turbinenherstellern verändern den €/kW-Preis binnen weniger Quartale spürbar. Nach den Lieferketten-Verwerfungen der frühen 2020er-Jahre haben sich die Marktpreise seither wieder stabilisiert, bleiben aber volatiler als in den 2010er-Jahren, als CAPEX-Werte über Jahre nahezu konstant blieben. Deshalb ist der Basispreis-Regler im Rechner bewusst frei einstellbar statt fest hinterlegt — wer eine aktuelle Kalkulation braucht, sollte mit tagesaktuellen Herstellerangeboten statt mit einem statischen Richtwert arbeiten.
Wie CAPEX und Finanzierungsstruktur zusammenhängen
Die Investitionssumme aus diesem Rechner ist der Ausgangspunkt für die Finanzierungsplanung, nicht das Endergebnis. Wind-Projekte werden in der Praxis überwiegend über eine Mischung aus Eigenkapital und projektbezogenem Fremdkapital (Non-Recourse- oder Limited-Recourse-Finanzierung) realisiert, bei der Banken die zu erwartenden Erlöse aus EEG-Marktprämie oder PPA als Grundlage für den Schuldendienst ansetzen. Je höher die spezifische Investition, desto größer der Kapitalbedarf und desto sensibler reagiert die Wirtschaftlichkeit auf Abweichungen bei Ertrag oder Strompreis. Wie sich diese Stellschrauben zu Gesamtkapitalkosten verdichten, zeigt der Beitrag zur Windpark-Finanzierung; für die Bewertung der laufenden Wirtschaftlichkeit über die gesamte Lebensdauer eignet sich der LCOE-Rechner.
Warum ist der Turbinenpreis nur ein Teil der Entscheidung?
Ein niedriger €/kW-Preis allein sagt wenig über die Wirtschaftlichkeit aus, wenn die Anlage am konkreten Standort weniger Volllaststunden erreicht als eine teurere Konfiguration mit größerem Rotor und geringerer spezifischer Leistung. Gerade an Schwachwind-Standorten kann eine Anlage mit höherem Turbinenpreis pro kW über die Lebensdauer den niedrigeren LCOE erzielen, weil sie den vorhandenen Wind effizienter in Ertrag umsetzt. Die Investitionsentscheidung sollte deshalb immer zusammen mit einer Standort- und Ertragsprognose getroffen werden, nicht isoliert über den Anschaffungspreis.
Was kostet der Rückbau der Altanlage beim Repowering?
Rückbaukosten sind im Rechner bewusst nicht als eigener Posten enthalten, weil sie stark vom Fundamenttyp, der Tiefe der Fundamentreste und den Auflagen der Genehmigungsbehörde abhängen. Reine Rückbaukosten der Anlage (Turm, Rotor, Maschinenhaus) bewegen sich meist im niedrigen sechsstelligen Bereich pro Anlage; kommt ein vollständiger Fundament-Rückbau hinzu, steigen die Kosten spürbar. Seit 2017 verlangt das EEG eine Rückbauverpflichtung mit Sicherheitsleistung, die bereits bei der Ursprungsgenehmigung hinterlegt werden muss — Details dazu im Ratgeber Windrad-Rückbaukosten.
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