Wie viel CO₂ spart ein Windrad?
Kurz gesagt: Im deutschen Strommix entstehen pro Kilowattstunde Strom durchschnittlich 344 g CO₂ (Quelle: UBA, 2025). Jede kWh Windstrom verdrängt diesen fossilen Anteil — eine moderne 6-MW-Anlage mit 18 GWh Jahresertrag spart so rund 6.200 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Die Rechnung
CO₂-Einsparung [t/Jahr] = Jahresertrag [GWh] × Emissionsfaktor [344 g/kWh] / 1.000
| Anlage | Jahresertrag | CO₂-Einsparung/Jahr | über 20 Jahre |
|---|---|---|---|
| Altanlage 1,5 MW | ~3 GWh | ~1.000 t | ~20.000 t |
| Moderne 3 MW | ~8 GWh | ~2.800 t | ~55.000 t |
| Moderne 6 MW | ~18 GWh | ~6.200 t | ~124.000 t |
| 6 MW Top-Standort | ~23 GWh | ~7.900 t | ~158.000 t |
Strommix-Vergleich — historisch und aktuell
| Jahr | g CO₂ / kWh Strommix DE | Quelle |
|---|---|---|
| 2024 | 363 g | UBA 2024 |
| 2025 (vorläufig) | 344 g | UBA 2025 |
Der Faktor sinkt mit jedem weiteren EE-Ausbau — gut für das Klima insgesamt, vermindert aber rein arithmetisch den CO₂-Einsparungswert einer einzelnen neuen Windanlage. Solange der Strommix nicht vollständig CO₂-frei ist, bleibt der Effekt deutlich positiv.
Energetische Amortisation
Moderne Onshore-Windanlagen amortisieren ihren Herstellungs- und Bau-Energieaufwand typischerweise in unter einem Jahr Betrieb. Über die 25-jährige Lebensdauer liefern sie damit das Vielfache der eingesetzten Herstellungsenergie. Diese Größenordnung gilt branchenweit; konkrete Werte werden in den Lebenszyklusanalysen (LCA) der Hersteller ausgewiesen.
Häufige Fragen
Warum sinkt der Strommix-CO₂-Wert nicht schneller?
Weil Kohle- und Gaskraftwerke regelbar sind und die Lücken im EE-Erzeugungsprofil füllen. Erst mit umfangreichem Speicher- und Flexibilitätsausbau wird der fossile Restanteil schnell sinken.
Zählt der Aufbau-Energieaufwand wirklich „raus"?
Ja — die Energie-Amortisation ist seit Jahrzehnten methodisch sauber etabliert. Der LCA-Vergleich mit fossiler Stromerzeugung fällt auch dann eindeutig pro Wind aus, wenn man konservative Annahmen wählt.
Gibt es methodische Diskussionen?
Ja, vor allem zur richtigen Bezugsgröße: gegen welchen Strommix vergleicht man? UBA-Faktor (durchschnittlich) ist Standard, manche Methoden nutzen den marginalen Mix — der ist in vielen Stunden höher (fossil), in anderen niedriger.