Eigenverbrauch vs. EEG-Direktvermarktung
Bei Standort-nahem Strom-Verbraucher (Industrie, Gewerbe) kann der Eigenverbrauch des Wind-Stroms wirtschaftlicher sein als die EEG-Marktprämie. Der Vergleich zeigt, ab welcher Eigenverbrauchsquote sich das Modell lohnt.
Eingaben
Ergebnis
Modell-Logik
- EEG-Modell: Erlös = Marktwert + Marktprämie = anzulegender Wert über alle Mengen
- Eigenverbrauch-Modell: Eigenverbrauchs-Anteil × (Industrie-Strompreis + Netzentgelte) + Rest-Anteil × Marktwert
- Vergleich auf Brutto-Ebene, ohne EEG-Umlage und Sondersteuer-Effekte
Steuer- und Rechts-Hinweise
- EEG-Umlage seit 2022 abgeschafft — vereinfacht das Eigenverbrauchs-Modell deutlich
- Stromsteuer (2,05 ct/kWh) kann bei Direkt-Lieferung an Industriekunden vermieden werden (energieintensive Unternehmen)
- Netzentgelte werden vermieden, wenn ohne Inanspruchnahme des Netzes geliefert
- Bei separatem Bilanzkreis (Industrie + WEA) komplexere Abrechnung
Methodik & Grenzen
Der Vergleich stellt zwei Brutto-Erlöspfade für denselben Jahresertrag gegenüber. Das EEG-Modell bewertet die gesamte Strommenge mit dem anzulegenden Wert (Marktwert plus Marktprämie). Das Eigenverbrauchs-Modell bewertet den selbst genutzten Anteil mit dem vor Ort vermiedenen Industrie-Strompreis zuzüglich vermiedener Netzentgelte und den Reststrom mit dem mittleren Marktwert Wind. Die Differenz zeigt, ab welcher Eigenverbrauchsquote und welchem Strompreisniveau sich das Direktliefer-Modell lohnt. Alle Eingaben — Quote, Preise, Netzentgelte — sind frei einstellbar, damit sich Szenarien durchspielen lassen.
Bewusst vereinfacht: Der Rechner arbeitet auf Brutto-Ebene ohne Steuer-, Bilanzkreis- und Regelenergie-Effekte, ohne Lastprofil-Gang und ohne die zeitliche Deckung von Erzeugung und Verbrauch. Gerade die Gleichzeitigkeit entscheidet in der Praxis, wie hoch die tatsächlich erreichbare Eigenverbrauchsquote ist — Wind weht nicht nach Schichtplan. Das Tool ersetzt weder eine Vertragsstruktur-Prüfung (PPA, Direktlieferung, Mieterstrom) noch eine steuerliche Bewertung und trifft keine Aussage zur Genehmigungs- oder Förderfähigkeit. Diese Punkte gehören zu einem Energie-Wirtschaftsprüfer und einem Energie-Anwalt. Fachlich vertiefen lässt sich das über PPA, Direktvermarktung und Marktprämie.
Häufige Fragen
Ab wann schlägt Eigenverbrauch die Direktvermarktung?
Als Daumenwert lohnt sich das Modell, wenn der vermiedene Strompreis vor Ort deutlich über dem anzulegenden EEG-Wert liegt und zugleich eine hohe Eigenverbrauchsquote erreichbar ist. Weil jede selbst genutzte Kilowattstunde den teuren Netzbezug ersetzt, wirkt der Preisabstand direkt auf den Mehr-Erlös. Bei niedriger Quote verpufft der Vorteil, weil der Großteil doch am Markt landet.
Was bedeutet die EEG-Umlage-Abschaffung für das Modell?
Seit die EEG-Umlage 2022 entfallen ist, wird der Eigenverbrauch nicht mehr mit einer anteiligen Umlage belastet — das vereinfacht die Rechnung und verbessert die Wirtschaftlichkeit gegenüber früheren Jahren. Stromsteuer und Netzentgelte bleiben als eigene Positionen relevant.
Welche Verbraucher passen besonders gut?
Flexible oder grundlastnahe Standort-Verbraucher mit hohem, gut steuerbarem Strombedarf — etwa Elektrolyseure, Rechenzentren oder Prozessindustrie — erreichen hohe Gleichzeitigkeit und damit hohe Quoten. Sie können den Vorteil auch bei moderateren Strompreisen realisieren.
Eigenverbrauchs-Konzept für deinen Standort?
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