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Planung · Strom-Vermarktung · Post-EEG-Option

Power Purchase Agreement (PPA) für Windenergie

Ein PPA ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen Windpark-Betreiber und Endabnehmer (meist Industriekunde). Standard-Vermarktungsweg nach EEG-Ende — und zunehmend Alternative zur EEG-Marktprämie auch für neue Anlagen.

Drei PPA-Typen

TypStromflussPraxis
Physical PPADirekter Stromfluss vom Windpark zum AbnehmerBei Standort-Nähe (z. B. Aluminium-Hütte direkt benachbart)
Financial PPAGeld-Fluss, keine physische Stromlieferung. Differenz-Zahlungen zwischen vereinbartem PPA-Preis und Marktpreishäufigste Form, Standortunabhängig
Sleeved PPAStromfluss über Versorger als Vermittler, der Bilanzkreis-Risiken übernimmtPraktisch häufig — Versorger als Zwischenglied

Aktuelle PPA-Preise Onshore-Wind 2026

LaufzeitPay-as-ProducedBaseload-Strukturiert
5 Jahre50–65 €/MWh60–80 €/MWh
10 Jahre45–60 €/MWh55–75 €/MWh
15 Jahre40–55 €/MWh50–70 €/MWh

„Pay-as-Produced" = Strom wird verkauft wie er entsteht (volatil). „Baseload-Strukturiert" = Lieferung wird durch Speicher/Gas-Backup auf konstante Last umstrukturiert — deutlich höhere Preise, weil Vermarktungsrisiko gedeckt ist.

PPA-Käufer-Typen

  • Energieintensive Industrie: Aluminium (TRIMET, NorAl), Stahl (Salzgitter, ArcelorMittal), Chemie (BASF, Dow)
  • Datacenter-Betreiber: Microsoft, Google, AWS — sehr aktiv im PPA-Markt
  • Versorger für eigenes Vertriebsportfolio (RWE, EnBW, Vattenfall)
  • Eigenverbraucher: Standort-Industrie mit Direktanschluss

PPA vs. EEG-Marktprämie

EEG-MarktprämiePPA
VergütungAuktion-Höchstwert 7,35 ct/kWh4–6,5 ct/kWh
Laufzeit20 Jahre garantiert5–15 Jahre verhandelbar
Bank-Tauglichkeitsehr hochabhängig von Käufer-Bonität
Risikonegativ-Stromzeiten ohne MarktprämieKäufer-Bonität, Preis-Risiko nach Vertragsende
KomplexitätStandard-Prozess BNetzAindividuelle Verhandlung, Anwalts-intensiv
Kombination möglich: Manche Projekte kombinieren EEG-Marktprämie für die ersten 20 Jahre mit PPA-Anschluss in Jahr 21+. Damit wird das Post-EEG-Risiko früh eliminiert.
PPA für Windenergie: Drei Vertragstypen (Physical direkt, Financial Differenzausgleich, Sleeved über Versorger). Preise 2026 Onshore-Wind nach Laufzeit: 5 Jahre 50–65 €/MWh, 10 Jahre 45–60, 15 Jahre 40–55 (Pay-as-Produced). Vergleich PPA vs. EEG-Marktprämie: Vergütung, Laufzeit, Bankabilität, Risiko, Komplexität

PPA für Windenergie — Vertragstypen, Preise und Vergleich mit EEG-Marktprämie

Typische PPA-Klauseln

  • Mindest-/Maximal-Liefermenge pro Jahr
  • Bandbreite-Korridor (z. B. 80–120 % der erwarteten Liefermenge)
  • Force Majeure: Wetterextreme, behördliche Auflagen
  • Bilanzkreis-Verantwortung: meist beim Käufer (Sleeved) oder Versorger-Vermittler
  • Preisanpassungs-Klauseln: oft fix, gelegentlich CPI-Indexierung
  • Bonitäts-Sicherheiten: Bürgschaft, Mutterhaftung, Vorauskasse-Optionen

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Häufige Fragen

Sind PPAs für Repowering-Projekte sinnvoll?

Selten als Primär-Vermarktung — Banken finanzieren lieber gegen EEG-Marktprämie wegen Bonitäts-Stabilität. PPAs sind die Standard-Option für die Post-EEG-Phase oder bei Top- Standorten ohne EEG-Zuschlag.

Was passiert nach PPA-Ende?

Verlängerung oder neuer PPA mit anderem Käufer, oder Spotmarkt-Vermarktung. Strommarkt- Entwicklung 2030+ ist zentrale Unsicherheit der Investitionsrechnung.

Wer trägt das Volumen-Risiko?

Bei „Pay-as-Produced" der Käufer (er nimmt was kommt). Bei „Baseload-Strukturiert" der Verkäufer (er muss durch Speicher/Backup auf konstante Last bringen).