Schattenwurf-Rechner für Windenergieanlagen
Wie weit reicht der Schatten einer Windenergieanlage maximal? Das hängt von der Höhe der Rotorspitze und der Sonnenhöhe ab. Niedrige Sonne (Wintermorgen/-abend) erzeugt sehr lange Schatten — genau deshalb prüfen Genehmigungsverfahren die astronomische Maximalbelastung am nächstgelegenen Immissionsort.
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Was bedeutet das Ergebnis?
Der Schatten einer WEA ist umso länger, je niedriger die Sonne steht. Die Berechnung erfolgt nach der Geometrie: Schattenlänge = Gesamthöhe / tan(Sonnenhöhe). Die Gesamthöhe ist die Nabenhöhe plus der halbe Rotordurchmesser (Rotorspitzenhöhe).
Eine moderne Anlage mit 135 m Nabe und 150 m Rotor erreicht 210 m Rotorspitze. Bei 5° Sonnenhöhe bedeutet das einen Schattenwurf von rund 2,4 km — was zeigt, dass Schattenwurf nicht nur direkte Nachbarschaft betrifft.
LAI-Grenzwerte für Schattenwurf
Die Länderausschuss-für-Immissionsschutz-Hinweise (LAI) definieren als zumutbar:
- maximal 30 Stunden pro Jahr astronomisch maximaler Schattenwurf am nächsten Wohngebäude
- maximal 30 Minuten pro Tag
- Berechnung erfolgt für die worst-case-Bedingungen (Sonne immer scheint, Rotor immer in Schattenwurf-Stellung)
- Die tatsächliche Belastung ist meist 10–25 % der astronomischen — der Rest wird über eine Schattenwurf-Abschaltung im Anlagenbetrieb sichergestellt
Offizielles Schattenwurfgutachten benötigt?
Dieser Rechner ersetzt keine Prognose für den BImSchG-Antrag — dafür ist ein Schattenwurfgutachten nach LAI-Hinweisen nötig. Wir leiten deine Anfrage an ein qualifiziertes Ingenieurbüro mit Erfahrung in BImSchG-Verfahren weiter — du erhältst ein verbindliches Angebot, die Vergabe entscheidest du selbst.
Angebot anfragenHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Schattenwurf und Schlagschatten?
„Schattenwurf" ist der Oberbegriff. „Schlagschatten" bezeichnet speziell den rhythmisch wandernden Schatten der drehenden Rotorblätter — er gilt als die wirkungsmächtigere Belästigung und ist Gegenstand der LAI-Grenzwerte.
Welche Software wird für die Prognose verwendet?
Standard ist WindPRO (EMD) mit dem Modul SHADOW. Ergebnis ist eine Isolinien-Karte mit den Wohnimmissionsorten und einer Tabelle für jedes Wohngebäude (h/Jahr, min/Tag).
Was passiert bei Überschreitung der Grenzwerte?
Die Anlage muss mit einer Schattenwurf-Abschaltung ausgerüstet werden (Lichtsensor + Steuerung), die die WEA in den kritischen Zeitfenstern temporär anhält. Ertragsverluste sind meist gering (<1 % Jahresertrag).