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Tool · Sicherheitsabstand · Seifert-Formel

Eisfall-Wurfweiten-Rechner für Windenergieanlagen

Berechnet den Sicherheitsabstand für herunterfallendes Eis bei stehender Anlage (Faustformel 1,5 × (D + H)) und die Wurfweite bei rotierender Anlage nach Seifert. Beide Werte werden in Eisansatzgutachten verwendet.

Anlagen-Daten

Ergebnis

Eisfall (Stillstand)
1,5 × (D + H)
Eiswurf (Rotation, Seifert)
Vtip + 1,5 × (D + H)
Maßgeblicher Schutzabstand
der größere Wert beider Verfahren

Wie funktioniert der Rechner?

Beide Faustformeln sind in den deutschen Genehmigungsverfahren etabliert und stammen aus der Forschungsarbeit von Henry Seifert (DEWI, später Bundesverband WindEnergie). Sie sind absichtlich konservativ ausgelegt — die reale Wurfweite ist in der Regel deutlich kürzer.

  1. Eisfall bei Stillstand: 1,5 × (Rotordurchmesser + Nabenhöhe). Anwendung, wenn die Anlage abgeschaltet ist (z. B. durch Eisansatz-Detektion gestoppt). Das Eis fällt dann nach Wind und Schwerkraft maximal so weit.
  2. Eiswurf bei Rotation: Vtip [m/s] + 1,5 × (D + H) — geschrieben oft als 1,5 × (D + H) + Vtip. Die Blattspitzengeschwindigkeit Vtip ist Impulsgeber für die zusätzliche Wurfweite. Anwendung, wenn die Anlage ohne Eisansatz- Erkennung weiterläuft.

Eisansatz-Erkennung als Pflicht-Auflage

In den meisten Bundesländern ist eine zertifizierte Eisansatzerkennung mit automatischer Abschaltung Genehmigungs-Auflage, sobald sich Verkehrswege oder Aufenthaltsorte im Wurfweiten-Bereich befinden. Damit reduziert sich der maßgebliche Schutzabstand auf den Stillstand-Wert (Faustformel 1).

Praxis-Hinweis: Die Bundesländer haben unterschiedliche Vorgaben — z. B. verlangen NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in unterschiedlicher Strenge den Nachweis der Eisansatzerkennung. Das Gutachten muss die jeweilige Landesregelung referenzieren.

Wann reicht der Standard-Abstand nicht?

  • Verkehrswege (Autobahn, Bundesstraße, Bahnstrecke) im Wurfbereich → Eisansatz-Erkennung Pflicht
  • Wohnbebauung < Schutzabstand → Verschiebung der Anlage notwendig oder Stillstands-Auflage in Winterperioden
  • Rad-/Wanderwege im Wirkungsbereich → Warnhinweise + Eisansatz-Erkennung
  • Topografie mit Hang nach unten → Wurfweite kann sich verlängern, individuelle Berechnung nötig

Eisfallgutachten für deinen Standort?

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Häufige Fragen

Welche Wahrscheinlichkeit hat ein Eiswurf-Vorfall?

Statistisch sehr niedrig — der BWE meldet in den letzten 15 Jahren bundesweit weniger als ein Dutzend dokumentierter Vorfälle mit Personenschäden. Die Faustformeln sind worst-case ausgelegt und decken bereits seltene Extremwetter-Ereignisse ab.

Brauche ich ein Gutachten oder reicht die Faustformel?

Ein förmliches Eisfallgutachten wird im BImSchG-Verfahren in der Regel gefordert, wenn schutzwürdige Objekte (Wohnbebauung, Verkehrswege) in der Wurfweite liegen. Bei rein landwirtschaftlich genutzten Flächen ohne dauernde Aufenthaltsorte reicht oft der Verweis auf die Faustformel.

Kann ich nachträglich eine Eisansatzerkennung einbauen?

Ja — alle gängigen Hersteller bieten Retrofit-Module (z. B. Bofin, Eologix). Die Nachrüstung kostet ca. 8.000–15.000 € pro Anlage, kann eine geplante Stillstandsauflage ersetzen und damit Ertragsverluste sparen.