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Repowering · Wirtschaftlichkeit · DCF-Beispiel

Wirtschaftlichkeit eines Repowering-Projekts

Wann lohnt sich Repowering wirtschaftlich? Hier eine konkrete DCF-Rechnung für einen typischen Norddeutschland-Standort, plus Sensitivitäts-Analyse und Stress-Tests für die kritischen Parameter.

Beispiel-Projekt

ParameterAlt-KonfigurationNeu-Konfiguration
Anzahl Anlagen8 × 1,5 MW3 × 6,0 MW
Gesamtleistung12,0 MW18,0 MW
Volllaststunden1.900 h/a3.000 h/a
Jahresertrag22,8 GWh/a54,0 GWh/a
Spezifische Investition1.350 €/kW
Gesamt-Investition24,3 Mio. €
VermarktungPPA / SpotEEG 7,2 ct/kWh
Jahresumsatz1,3 Mio. €3,9 Mio. €
OPEX0,9 Mio. €/a1,1 Mio. €/a
Cashflow vor Steuern0,4 Mio. €/a2,8 Mio. €/a

DCF-Rechnung (vereinfacht)

JahrCashflowDiskontiert (WACC 5 %)
0 (Investition)−24,3 Mio. €−24,3 Mio. €
1–20 (Cashflow)+2,8 Mio. €/aΣ 34,9 Mio. €
20 (Restwert + Rückbau-Bürgschaft)+0,3 Mio. €+0,1 Mio. €
Net Present Value (NPV)+10,7 Mio. €
Interner Zinsfuß (IRR)9,1 %
LCOE65 €/MWh
Payback-Zeit10–11 Jahre

Sensitivitäts-Analyse

Wie reagiert der NPV auf Änderungen der Schlüssel-Parameter (±10 %)?

Parameter−10 %Basis+10 %
Volllaststunden+4,2 Mio. € NPV+10,7 Mio. €+17,2 Mio. €
Strompreis / EEG-Wert+5,3 Mio. €+10,7 Mio. €+16,1 Mio. €
Investitionskosten+13,1 Mio. €+10,7 Mio. €+8,3 Mio. €
OPEX+11,9 Mio. €+10,7 Mio. €+9,5 Mio. €
WACC (3 % / 5 % / 7 %)+18,4 Mio. €+10,7 Mio. €+4,8 Mio. €
Schlüssel-Risiken: Volllaststunden und Strompreis (zusammen ca. 70 % der Renditeschwankung). Investitionskosten und OPEX sind besser kontrollierbar. WACC ist von Zinsumfeld + Finanzierungsstruktur abhängig.

Stress-Tests

Wie reagiert das Projekt auf extreme Szenarien?

  • Low-Wind-Szenario (VLh −20 %): NPV +5,0 Mio. €, IRR 7,0 % — noch profitabel
  • Marktpreis-Verfall (Strompreis −20 % nach EEG-Ende): NPV +4,8 Mio. €, IRR 6,8 % — geht gerade noch
  • CAPEX-Schock (+20 %): NPV +5,1 Mio. €, IRR 6,9 %
  • Worst Case (alle drei zusammen): NPV +1,3 Mio. €, IRR 5,2 % — knapp im positiven Bereich

Finanzierungsstruktur

Typische Repowering-Finanzierung 2026:

  • Eigenkapital 20–30 %: 5–7 Mio. €, Renditeerwartung 8–12 %
  • Fremdkapital 70–80 %: 17–19 Mio. € Bankkredit, Zins 4–5 %, Laufzeit 15 Jahre
  • Tilgungsstruktur: häufig endfällig in den ersten 5 Jahren mit Bullet-Payment, dann annuitätisch
  • Sicherheiten: Anlagen-Sicherungsübereignung + Cashflow-Abtretung

Bürgerwind-Beteiligung — Effekt auf IRR

Wenn Bürgerwind-Beteiligung Pflicht ist (MV, BB, NRW): typisch 20 % EK-Anteil an Anwohner/Gemeinde zu Sonderkonditionen. Effekt:

  • EK-Rendite leicht reduziert (Bürger-EK wird mit fester Rendite bedient)
  • IRR sinkt um ca. 0,5–1 Prozentpunkt
  • Akzeptanz verbessert sich messbar (geringere Klage-Risiken)
  • Bank-Finanzierung oft erleichtert

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Häufige Fragen

Welcher IRR ist für institutionelle Investoren attraktiv?

Aktuell 2026: 7–10 % nach Steuern. Unter 7 % zunehmend schwer zu finanzieren, über 10 % bei Top-Standorten oder hoher Risiko-Toleranz. Pension-Funds zielen auf 6–8 %, Private Equity 10–15 %.

Wie wirken sich die Lieferzeit-Risiken auf die Rendite aus?

Verzögerte Inbetriebnahme kostet Strom-Erlöse + Strafzahlung 10 €/kW bei EEG-Frist-Überschreitung. Eine 6-Monats-Verzögerung kann den IRR um 0,5–1,5 Prozentpunkte reduzieren.

Was passiert nach 20 Jahren?

EEG-Förderung endet, Strom wird zum Spotmarkt-Preis oder neuen PPA vermarktet. Im Standardszenario eingerechnet sind 8–10 Jahre Post-EEG-Betrieb zu ca. 50 €/MWh. Optimistisch langfristig wegen steigender Strompreise — pessimistisch wegen erneuerbarer Überangebote.

Kann ich mit dem Repowering-Ertragsrechner schon eine Indikation bekommen?

Ja — der Repowering-Ertragsrechner gibt die Jahresertrags-Differenz und Mehr-Einnahmen. Für die volle DCF-Rechnung brauchst du zusätzlich den LCOE-Rechner und eine Sensitivitäts-Tabelle wie oben.