Windrad-Pacht-Rechner
Dieser Rechner zeigt, wie sich die jährliche Pacht für ein Windrad aus den Eckdaten einer Anlage und den Klauseln eines Pachtvertrags zusammensetzt. Er enthält bewusst keine Marktwerte für den Pachtsatz: Den Prozentsatz, die Mindestpacht und die Erlösdefinition trägst du aus deinem Vertragsentwurf ein. Die vorbelegten Zahlen sind reine Rechenbeispiele und keine Aussage über übliche Konditionen.
Eingaben
Rechenlogik: Erlös = Leistung × Volllaststunden × Vergütung je kWh. Pacht = Satz × Erlös. Bei Nettobasis wird der Erlös vorher um den eingegebenen Abzug gekürzt. Mit Mindestpacht wird der jeweils höhere Wert gezahlt. Der Erlös bleibt über die Laufzeit konstant, es gibt keine Indexierung, keine Steuern und keine Abzinsung.
So liest du das Ergebnis
Das Ergebnis ist eine Rechenhilfe, kein Angebot und keine Marktauskunft. Die Zahl, die du am Ende erhältst, ist nur so belastbar wie die Werte, die du einträgst. Die Anlagenleistung und die erwarteten Volllaststunden nennt der Projektierer im Pachtangebot oder im Ertragsgutachten, die Vergütung je Kilowattstunde hängt vom Vermarktungsweg ab, etwa Marktprämie oder Direktlieferverträgen. Wer diese Angaben vom Betreiber verlangt, kann die Rechnung nachvollziehen, statt nur den Endbetrag zu akzeptieren.
Wichtig ist der Unterschied zwischen den beiden Pacht-Kacheln. Auf Bruttobasis wird der Pachtsatz auf den gesamten Stromerlös angewendet. Auf Nettobasis wird der Erlös zuvor um vertraglich definierte Positionen gekürzt, zum Beispiel um Kosten für Direktvermarktung oder Netzentgelte, je nachdem, was im Vertrag steht. Bei gleichem Prozentsatz kann die Auszahlung dadurch spürbar sinken. Deshalb lohnt es sich, nicht nur den Satz zu vergleichen, sondern genau zu lesen, worauf er sich bezieht.
Mindestpacht und Windjahr
Windstrom schwankt von Jahr zu Jahr. Eine reine Umsatzpacht schwankt deshalb mit, und die beiden Kacheln zum schwachen und starken Windjahr zeigen die Spanne für die von dir gewählte Schwankung. Die Schwankung ist eine Annahme, die du selbst setzt, sie ist kein Messwert für deinen Standort. Eine Mindestpacht begrenzt das Risiko nach unten, weil sie als Boden in der Auszahlung wirkt. Ob sie in einem durchschnittlichen Jahr überhaupt greift, zeigt der Hinweis unter den Kacheln: Liegt die Mindestpacht unter der erlösabhängigen Pacht, ist sie im Normalfall wirkungslos und schützt nur in schwachen Jahren.
Was der Rechner nicht abbildet
Nicht berücksichtigt sind Indexierungsklauseln, Staffelungen über die Laufzeit, Steuern, Zahlungen für Zuwegung und Kranstellfläche, Entschädigungen für Flurschäden, Aufteilung der Pacht auf mehrere Eigentümer im Windpark und Vergütungen für Nutzungsflächen ohne Anlage. Ebenso fehlen Regelungen zur Vergütung bei Abregelung, zur Beteiligung von Anrainergrundstücken und zum Repowering am Ende der Laufzeit. All das kann den tatsächlichen Wert eines Vertrags stärker verändern als der reine Prozentsatz. Der Pachtvertrag selbst bleibt die einzige verbindliche Grundlage.
Vor der Unterschrift: sechs Fragen an den Entwurf
Erstens: Auf welchen Erlös bezieht sich der Prozentsatz, brutto oder netto, und welche Abzüge sind genau benannt? Zweitens: Gibt es eine Mindestpacht, und wird sie angepasst? Drittens: Wie lange läuft der Vertrag, und gibt es Verlängerungsoptionen des Betreibers ohne Gegenleistung? Viertens: Welche Nachweise bekommst du über Erzeugung und Erlös, und wie oft? Fünftens: Wie ist der Rückbau abgesichert, etwa durch eine Bürgschaft? Hintergründe dazu stehen im Ratgeber Rückbaukosten von Windkraftanlagen. Sechstens: Was gilt bei einem späteren Repowering? Siehe dazu den Ratgeber Pachtvertrag bei Repowering.
Einen ausführlichen Überblick über Vertragsmodelle bietet der Ratgeber Einnahmen aus der Verpachtung für Windkraft. Die Einordnung von Pacht, Flächensicherung und Verträgen im Planungsablauf beschreibt die Seite Pacht in der Windprojektierung. Zur Frage, wie der Erlös einer Anlage zustande kommt und welche Rolle PPA-Verträge dabei spielen, siehe PPA für Windenergie. Wer die Erzeugung einer geplanten Anlage genauer abschätzen will, nutzt zusätzlich den Volllaststunden-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechnet sich die Pacht für ein Windrad?
Bei der verbreiteten Umsatzpacht ergibt sich die Jahrespacht aus dem vereinbarten Prozentsatz mal dem Jahreserlös der Anlage. Der Erlös folgt aus Leistung, Volllaststunden und Vergütung je Kilowattstunde. Welcher Satz und welche Erlösdefinition gelten, steht allein im Pachtvertrag.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoerlös als Pachtbasis?
Beim Bruttoerlös wird der Prozentsatz auf den gesamten Stromerlös angewendet. Beim Nettoerlös werden zuvor vertraglich definierte Kosten abgezogen, sodass die Pacht bei gleichem Prozentsatz niedriger ausfällt. Der Rechner zeigt beide Varianten nebeneinander.
Was bringt eine Mindestpacht?
Sie legt einen garantierten Sockelbetrag fest. Ausgezahlt wird jeweils der höhere Wert aus Mindestpacht und erlösabhängiger Pacht. Das fängt schwache Windjahre und niedrige Erlöse nach unten ab.
Warum gibt der Rechner keinen üblichen Pachtsatz vor?
Weil sich ein belastbarer Marktwert nur mit einer nachprüfbaren Quelle nennen ließe, und die liegt für diesen Rechner nicht vor. Statt einer Schätzung rechnet das Tool mit deinen Vertragswerten. Das ist ehrlicher als eine Scheinpräzision.
Pachtvertrag vor Unterschrift prüfen lassen?
Wir vermitteln an erfahrene Fachanwälte und Projektierer, die Pachtverträge einordnen.
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