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Repowering · Technik · Generationen-Vergleich

Anlagenklassen beim Repowering

Welche Bestands-Anlagen werden aktuell durch welche neuen Anlagen ersetzt? Drei Generationen prägen den Bestand: die Pionier-Anlagen 1996–2002, die 2-MW-Klasse 2002–2010 und die ersten Multi-MW-Anlagen ab 2010. Die neuen Anlagen-Klassen sind oft eine Größe darüber.

Die typischen Alt-Anlagen im deutschen Bestand

Hersteller / TypLeistungNabeRotorBaujahre
Vestas V44 / V47600 / 660 kW40–55 m44–47 m1995–2002
Enercon E40500 / 600 kW46–65 m40 m1994–2003
Vestas V52 / V66850 kW / 1,65 MW55–70 m52–66 m2000–2005
Enercon E661,5 / 1,8 / 2,0 MW67–98 m66–70 m2001–2008
Nordex N50 / N60800 kW / 1,3 MW46–69 m50–60 m1996–2002
Vestas V80 / V901,8 / 2,0 MW70–100 m80–90 m2003–2010
Enercon E70 / E822,0 / 2,3 MW85–113 m71–82 m2005–2012
REpower MM82 / MM922,05 MW78–100 m82–92 m2003–2010

Die modernen Repowering-Anlagen 2026

Hersteller / TypLeistungNabeRotorMarktstart
Vestas V162-6.0 / V162-7.26,0 / 7,2 MW119–166 m162 m2022
Vestas V172-7.27,2 MW175 m172 m2024
Enercon E160 EP54,6 / 5,5 MW120–166 m160 m2020
Enercon E175 EP56,0 / 7,0 MW150–175 m175 m2025
Nordex N163/6.X5,6 / 6,8 MW118–164 m163 m2022
Nordex N175/6.X6,8 MW179 m175 m2025
Siemens Gamesa SG170-6.66,6 MW115–165 m170 m2023
GE Cypress 6.1-1646,1 MW120–161 m164 m2021

Typische Repowering-Konfigurationen

Alt-KonfigurationTypische Neu-KonfigurationErtrags-Multiplikator
10 × 600 kW (V44)2 × 6,0 MW (V162)≈ 3,8×
8 × 1,5 MW (E66)3 × 6,0 MW (V162)≈ 2,4×
6 × 2,0 MW (V90)3 × 5,5 MW (E160)≈ 1,8×
5 × 2,3 MW (E82)3 × 6,0 MW (N163)≈ 1,5×

Warum so viel mehr Ertrag?

Drei Hebel multiplizieren den Ertrag:

  1. Nabenhöhe: Wind wächst mit der Höhe (Höhen-Logarithmus). Von 67 m auf 165 m bedeutet ca. 25–35 % mehr Windgeschwindigkeit am Rotor
  2. Rotorfläche: Energieausbeute steigt quadratisch mit dem Durchmesser. Von 66 m auf 162 m = 6× mehr Rotorfläche
  3. Anlagen-Wirkungsgrad: moderne Aerodynamik, niedrigere spezifische Leistung, bessere Generator-Effizienz → 10–15 % mehr Wirkungsgrad

Anlagenklasse nach IEC 61400-1

  • Klasse I: Standorte mit hoher Windhöffigkeit (v ≥ 10 m/s in Nabenhöhe) — Küste, Höhenkamm
  • Klasse II: mittlere Windhöffigkeit (8,5–10 m/s) — Norddeutschland, offene Binnenstandorte
  • Klasse III: niedrige Windhöffigkeit (7,5–8,5 m/s) — Mittelgebirge, südliches Binnenland
  • Klasse S: standortspezifisch — Sonderanpassung bei extremen Bedingungen
Praxis-Tipp: Die richtige Anlagenklasse hängt nicht nur vom mittleren Wind ab, sondern auch von der Turbulenz (Klassen A/B/C — siehe Turbulenz-Indikator). Eine Klasse-I-Anlage in einer turbulenten Park-Position kann unzulässig sein — dann braucht es eine S-Variante.

Schwachwind-Anlagen für Süd-Standorte

Süd-Deutschland und windschwache Binnenland-Standorte brauchen Schwachwind-Anlagen mit großen Rotoren bei kleinen Generatoren:

  • Vestas V162-5.0 / V172-5.0 (5 MW bei 162/172 m Rotor)
  • Enercon E160 EP3 (4,6 MW bei 160 m Rotor)
  • Nordex N163/5.X (5,6 MW bei 163 m)

Diese erreichen auch bei 5,5–6,5 m/s mittlerer Windgeschwindigkeit ihre Nennleistung häufig und sammeln hohe Volllaststunden.

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Häufige Fragen

Welcher Hersteller dominiert das deutsche Repowering 2026?

Markt-Anteile in der Repowering-Welle 2024–2026 (Schätzung): Vestas ca. 35 %, Enercon ca. 25 %, Nordex ca. 20 %, Siemens Gamesa ca. 15 %, GE ca. 5 %. Hersteller-Lokalpräsenz und Servicebedingungen entscheiden meist mehr als der reine Anlagentyp.

Wie wirken sich die neuen 175-m-Rotoren auf die Genehmigung aus?

Größere Anlagen brauchen größere Mindestabstände wegen Schall, Schattenwurf, Eisfall. Bei eng besiedelten Gebieten ist die Anlagenwahl ein limitierender Faktor — eine kleinere E160 mit weniger Wurfweite kann genehmigungsfähig sein, wo eine 6-MW-V172 nicht durchgeht.

Was kostet eine moderne 6-MW-Anlage?

Schlüsselfertige Investition typisch 6–8 Mio. € pro Anlage (Stand 2026), inkl. Fundament, Netzanschluss, Wegebau. Ohne Erschließung ab 4,5 Mio. €.