Was ist Repowering von Windenergieanlagen?
Repowering bedeutet den Ersatz alter Windenergieanlagen durch neue, leistungsstärkere Anlagen am gleichen oder benachbarten Standort. Das Ziel: aus weniger Anlagen deutlich mehr Energie gewinnen — bei oft besserer Akzeptanz, weil weniger, modernere Anlagen statt vieler älterer stehen.
Die typische Repowering-Konfiguration
Klassisches Beispiel aus der Praxis 2026:
| Konfiguration | Altanlagen | Neuanlagen |
|---|---|---|
| Anzahl | 8 × 1,5 MW | 3 × 6,0 MW |
| Nabenhöhe | 67 m | 165 m |
| Rotordurchmesser | 66 m | 162 m |
| Gesamtleistung | 12,0 MW | 18,0 MW |
| Volllaststunden | ca. 1.900 h/a | ca. 3.000 h/a |
| Jahresertrag | ca. 22.800 MWh | ca. 54.000 MWh |
| Ertragsfaktor | 1,0× | 2,4× |
Mit weniger als der halben Anlagenzahl wird mehr als doppelt soviel Strom erzeugt.
Warum Repowering jetzt?
Drei Treiber treffen 2026 zusammen:
- EEG-Ende der Pionier-Anlagen. Anlagen, die zwischen 2000 und 2005 ans Netz gingen, erreichen 2020–2025 das Ende ihrer 20-jährigen EEG-Vergütung. Weiterbetrieb oder Repowering? ist die akute Frage für ca. 5.000 Bestands-Anlagen pro Jahr.
- Technische Generation-Sprünge. Moderne Anlagen erzeugen pro installiertem MW etwa 50–60 % mehr Energie als die Bestandsanlagen (höhere Nabe → besserer Wind, größerer Rotor → mehr Energieausbeute pro Wind).
- Politischer Rückenwind. Der § 2 EEG („überragendes öffentliches Interesse") und das Wind-an-Land-Gesetz erleichtern Genehmigungen am Bestandsstandort.
Repowering vs. Weiterbetrieb vs. Neubau
| Option | Aufwand | Ertrag | Risiko |
|---|---|---|---|
| Weiterbetrieb > 20 J | Wartung + Verschleiß-Reparaturen | +0 % | steigende Ausfallzeiten, schwierige Ersatzteile |
| Repowering 1:1 | volle Investition, aber vorhandene Erschließung | +200–300 % | BImSchG-Verfahren, Akzeptanz |
| Neubau Greenfield | volle Investition + neue Erschließung | frischer Standort, oft schlechter | + Standort-Risiko |
Vorteile von Repowering gegenüber Greenfield-Neubau
- Anwohner-Akzeptanz: Bestandsanlagen sind etabliert, Repowering wird in der Regel besser akzeptiert als Neubau auf bisher unbebauter Fläche
- Erschließung vorhanden: Wegebau, Netzanschluss, Pachtverträge teilweise nutzbar
- WaLG-Vereinfachungen: bevorzugte Behandlung im BImSchG-Verfahren
- Geringere Eingriffsbilanz im LBP: weniger Neueingriff, weil Bestand zurückgebaut wird
- Bekannter Standort: Windhöffigkeit aus Bestandsbetrieb belegt
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Anfrage stellenHäufige Fragen
Kann jede Altanlage repowert werden?
Grundsätzlich ja, aber nicht jeder Standort lohnt sich. Ungeeignet sind: zu nah an Wohnbebauung (Mindestabstand bei größerer Anlage nicht haltbar), in/an Schutzgebieten (FFH-VP problematisch), in pauschal-restriktiven Bundesländern (Bayern 10H), oder mit schlechter Netzanbindung.
Was bedeutet „1:1-Repowering"?
Ein einzelner Anlagentausch — gleiche Anzahl WEA, neuer Anlagentyp am gleichen Standort. Das WaLG hat dafür Verfahrenserleichterungen geschaffen. „Voll-Repowering" mit Layout-Änderung ist ein normales BImSchG-Verfahren.
Ist Repowering ohne EEG-Förderung wirtschaftlich?
In Top-Standorten (Küste, > 3.500 VLh) zunehmend ja — Strom kann über PPA an Industriekunden verkauft werden. In Standard-Standorten weiterhin EEG-Marktprämie nötig. Siehe Wirtschaftlichkeit.