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Planung · Standort-Check · 8 Kriterien

Standortwahl für Windenergieanlagen

Die Standortwahl entscheidet über 70 % des Projekt-Erfolgs. Wer hier saubere Vorprüfung macht, erspart sich Genehmigungsausfall, Wirtschaftlichkeitsdefizit und Bauverzögerung. Die 8 Kriterien für die strukturierte Standort-Bewertung.

Kriterium 1 — Windhöffigkeit

Die wichtigste Einzelgröße. Mittlere Windgeschwindigkeit in Nabenhöhe entscheidet über Ertrag und Wirtschaftlichkeit. Schwellen:

  • ≥ 8 m/s — Top-Standort (Küste, Höhenrücken)
  • 7,0–8,0 m/s — guter Standort (Norddeutschland-Binnenland)
  • 6,0–7,0 m/s — Standard, Schwachwind-Anlage nötig
  • < 6,0 m/s — wirtschaftlich kritisch

Datenquellen: eigene Messung, Bundes-Windatlas DWD, MERRA-2, ERA5.

Kriterium 2 — Mindestabstand zur Wohnbebauung

Landesregel + TA-Lärm-Schutzabstand. Bei vielen Standorten der limitierende Faktor — der Abstands-Checker liefert die Indikation. Typisch 600–1.500 m je BL und Gebietstyp.

Kriterium 3 — Schutzgebiete im Umfeld

  • FFH-/Vogelschutzgebiete: 0 m Toleranz, oft 3+ km Abstand zu Erhaltungszielen nötig
  • Naturschutzgebiete: in der Regel Ausschluss
  • Landschaftsschutzgebiete: Befreiung möglich, aber riskant
  • Vorranggebiete der Regionalplanung: positives Signal

Kriterium 4 — Artenschutz-Konflikte

Greifvogel-Horst-Suche im Umkreis von 6 km (Rotmilan 1,5 km Nahbereich, Schwarzstorch 3 km). Erst über vorhandene Daten der Landes-Naturschutzbehörden, dann eigene Erfassung.

Kriterium 5 — Erschließung

  • Zuwegung: Tragfähigkeit für 50-t-LKW + 60-m-Schwerlast-Transporter, Mindestbreite 4 m
  • Kran-Stellfläche: 1.500–2.500 m² nivelliert pro Anlage
  • Kabeltrasse: zum Netzeinspeisepunkt, je Kilometer 50.000–100.000 €

Kriterium 6 — Netzanschluss

  • Bestehender Trafostations-Verknüpfungspunkt im Umkreis 5 km wünschenswert
  • Netzbetreiber-Vorabauskunft („Netzanschlussanfrage") einholen — 4–8 Wochen
  • Anschlussspannung 20 kV (Mittelspannung) oder 110 kV (Hochspannung)
  • Kosten Mittelspannungs-Anschluss: typisch 500.000–1.500.000 € pro Park

Kriterium 7 — Bauplanungsrecht

Standort muss § 35 BauGB-konform sein:

  • Außenbereich (nicht im Innen-/Zusammenhangsbereich)
  • Konzentrationszone laut Flächennutzungsplan oder WaLG-Lockerung wirksam
  • Keine entgegenstehenden öffentlichen Belange

Kriterium 8 — Eigentum / Pacht

  • Eigentum oder verlängerbare Pachtverträge mit allen Flächeneigentümern
  • Wegerechte für Zufahrt + Kabeltrassen
  • Pachtbeträge marktüblich: 6–10 % vom Umsatz (oft kombiniert mit Fix-Komponente)
Standort-Vorprüfung-Reihenfolge: Erst die K.-o.-Kriterien (Schutzgebiete, Abstand, Bauplanungsrecht) prüfen — wenn hier ein Hard-Stop, ist alles andere unwichtig. Erst dann Windhöffigkeit + Wirtschaftlichkeit detailliert.
8 Standortkriterien für WEA: K.o.-Kriterien (Schutzgebiete, Mindestabstand, Bauplanungsrecht, Artenschutz) und Optimierungs-Kriterien (Windhöffigkeit, Netzanschluss, Erschließung, Eigentum/Pacht) — Prüfreihenfolge: erst K.o., dann Optimierung

8 Standortkriterien — K.o.-Kriterien zuerst prüfen, dann Optimierung

Standort-Check für deinen Bau- oder Repowering-Park?

Wir vermitteln dich an ein Planungsbüro mit Standort-Vorprüfungs-Erfahrung — Schnellanalyse aller 8 Kriterien in 2–4 Wochen.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Standort-Vorprüfung?

2–4 Wochen für die Schreibtisch-Analyse aller K.-o.-Kriterien. Belastbare Wind-Daten brauchen deutlich länger (3–12 Monate Messung oder Langzeit-Hochrechnung).

Was kostet das?

Schreibtisch-Vorprüfung 5.000–15.000 €. Mit Langzeit-Windhochrechnung + Schreibtisch-Schall + Artenschutz-Vorabprüfung 25.000–50.000 €.

Wer entscheidet bei Konflikt zwischen Kriterien?

Der Antragsteller — typisch in Abstimmung mit der zuständigen Genehmigungsbehörde + bei Repowering der Gemeinde. Bei knapper Wirtschaftlichkeit lohnt ein zweiter Standort-Versuch oft mehr als das Erzwingen.